Aktuell Das Projekt Stipendiaten 3. Generation - 2006 Horacio Cabrera, geboren am 28. September 1986, Informatik
Horacio Cabrera, geboren am 28. September 1986, Informatik
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Horacio Carbera (2. von rechts)
Horacio ist 20 Jahre alt und geht derzeit auf die weiterführende Schule in Balgüe. Im November 2006 wird er seine Schulzeit mit dem Abitur abschließen.

Horacio wohnt mit seiner Familie, seinen Eltern und acht von seinen neun Brüdern in einem kleinen Holzhaus in Balgüe. Vier seiner fünf jüngeren Brüder gehen zur Grundschule. Sein ältester Bruder ist der erste und bisher einzige der Familie der eine Ausbildung absolviert. Die Eltern legen jeden Monat Geld zurück, damit wenigstens einer ihrer Söhne studieren kann. Für die beiden anderen älteren Brüder, die auch bereits den Schulabschluss haben, reichen die Möglichkeiten der Familie nicht aus.

Horacios Vater besitzt 320m² Land, das er mit allen seinen Söhnen mit Reis, Bohnen, Mais und Futterweizen bebaut. Die Ernte reicht ausschließlich für den Eigenbedarf der Familie. Um seine Familie außerdem mit dem Nötigsten versorgen zu können und um seinem ältesten Sohn das Studium zu ermöglichen, arbeitet der Vater zusätzlich als Stundenlöhner. Mit diesem Einkommen kann sich die Familie gerade über Wasser halten, aber nicht noch einem weiteren Sohn ein Studium finanzieren.

Aufgrund ihrer ökonomischen Lage bewarb sich die Familie um ein Stipendium für Horacio. Nur darin sehren sie eine Chance, dass Horacio doch noch Informatik studieren kann. Sein Vater hofft, dass Horacio sich und der Familie einmal durch einen guten Arbeitsplatz  einen besseren Lebensstandard ermöglichen kann.

Auf die Frage hin, wie die Familie, die ausfallende Arbeitskraft von Horacio auffangen würde, wenn dieser zum Studium nach Managua ginge, antwortete sein Vater, dass er selbst dann eben noch mehr arbeiten müsste. Als die Familie aber davon erfuhr, dass es seit Anfang des Jahres auch die Möglichkeit gibt, an der neu gegründeten Universität Martin Luther King auf der Insel selbst zu studieren, entschieden sie sich spontan für diese Alternative. So kann Horacio weiterhin zu hause wohnen bleiben, morgens seiner gewohnten Arbeit zusammen mit seinem Vater und seinen Brüdern nachgehen, nachmittags lernen und einmal die Woche am Samstag in die Universität gehen.

Horacio bekommt von „Stipendien für Nicaragua“ ab Beginn des Studienjahres eine monatliche Unterstützung von 30 €, das beinhaltet alle Studiengebühren sowie die Kosten für den Transport. Die Unterrichtsmaterialien wird er versuchen selbst zu finanzieren.