| Eveling Novoa Medina, geb. 12. August 1971, Medizin |
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Mein Name ist Eveling Novoa Medina. Ich bin am 12. August 1971 in Managua geboren. Ich bin allein stehend und habe keine Kinder. Ein Jahr nach meiner Geburt zog meine Familie aufgrund des Erdbebens von M anagua nach Ticuantepe, ein Bezirk von Managua. Ich komme aus einer großen, sehr armen Familie. Meine Mutter hat 10 Kinder geboren, wovon ich die Nummer sechs bin. Deshalb wurde ich von meiner Großmutter groß gezogen. Ich bin in dem sandinistischen Nicaragua groß geworden. Von Anfang an nahm ich am Kaffeepflücken teil als dies für die Wirtschaft des Landes lebenswichtig war, da wir unter einem wirtschaftlichen Embargo litten. So nahmen wir Jugendliche an den Tätigkeiten teil, die ein soziales Versprechen waren. Ich wurde auch Teil der Armee. In dieser Zeit waren die meisten der jungen Leute in den Aufgaben der Revolution involviert.In den 90er Jahren arbeitete ich in einem Frauenzentrum. Ich leitete Workshops über sexuelle Aufklärung, Familienplanung, Gewalt und Führung aus der feministischen Sicht. Dann wurde ich arbeitslos und eine Tante brachte mir das Schneidern bei. Nun bin ich schon seit 10 Jahren Schneiderin und dieser Arbeit gehe ich momentan nach. Aufgrund meiner Bekanntschaft mit einer Schweizerin, die seit den 80ern in Nicaragua lebt verpflichtete ich mich der feministischen Bewegung. Durch sie lernte ich auch Romy Nissel kennen, eine junge Frau, die nach Nicaragua kam, um ein Freiwilliges Soziales Jahr zu leisten. Sie verliebte sich in die Menschen dieses Landes und sie hatte die brillante Idee für die jungen Abiturienten der Insel Ometepe ein Stipendienprojekt zu gründen. Durch das tägliche Leben mit den Einheimischen lernte sie, dass es in meinem Land wichtig ist, eine professionelle Berufsausbildung zu haben, um darauf hoffen zu können, eine bessere Lebensqualität zu erreichen. Zusammen gründeten wir das Projekt „Stipendien für Nicaragua“, das es nun schon seit September 2004 gibt. Wir sind zwei Mitarbeiterinnen (Yohana Barberena und ich), die das Projekt „Stipendien für Nicaragua“ unterstützen, eine in Managua und eine auf der Insel Ometepe. Meine Aufgabe in dem Projekt „Stipendien für Nicaragua“ ist es, zusammen mit Johana Barberena die Jugendlichen einzuladen, sich für ein Stipendium für das Studium an der Universität zu bewerben. Im ersten Jahr machten Romy und ich die Familiengespräche mit den Jugendlichen und ihren Eltern. Im zweiten Jahr begleitete mich eine andere junge Studentin, die auch auf die Insel gekommen war, um ein Praktikum zu machen. Ihr Name ist Olivia Gassmann und sie ist eine der deutschen Mitarbeiterinnen. Olivia hilft dabei, Paten zu suchen, die finanziell helfen wollen, damit die Jugendlichen der Insel auf die Universität gehen können. Die persönliche und familiäre Realität der Jugendlichen durch die Familiengespräche kennen zu lernen, führte bei beiden jungen Frauen dazu, ein soziales Bewusstsein hervorzurufen. Und ich glaube, dass das der Motor ist, der dieses Projekt „Stipendien für Nicaragua“ vorwärts bringt. Meine Aufgabe ist es, die Jugendlichen bei der Voranmeldung und Einschreibung an der Universität zu begleiten. Da sie noch nie aus ihrer Gemeinde weg waren, bedeutet die Reise für sie und ihre Familien eine Herausforderung. Ich habe die Verantwortung, die Stipendien zu verteilen, die akademischen Leistungen der Studenten zu verfolgen und die Informationen über die verschiedenen Studienfächer zusammen zu stellen, von denen sie das auswählen können, was sie studieren wollen. Ich reise mindestens drei mal im Jahr auf die Insel Ometepe, um die ganze Arbeit von den Familiengesprächen bis zu der Unterbringung in einem Zimmer, bis die Universität es ihnen erlaubt in einem Studentenwohnheim zu wohnen, zu koordinieren. Nur diejenigen, die einen Durchschnitt von 80 % haben, können in einem Studentenwohnheim unterkommen. Deshalb ist es für die Jugendlichen eine große Herausforderung ihre akademischen Leistungen zu halten. Darum hat das Stipendienprojekt die Verantwortung darüber Aufsicht zu führen, dass die Mädchen und Jungen gute Noten haben. Wenn sie Probleme mit irgendeinem Fach haben und ich über das Thema Bescheid weiß, dann helfe ich ihnen, aber wenn es eine Klasse wie Mathematik oder Physik ist, dann greifen wir auf die Hilfe einer Mathematikprofessorin zurück, die den Jungen und Mädchen hilft, den Unterricht besser zu verstehen. Um das alles zu organisieren, versammeln wir uns regelmäßig einmal im Monat und wenn es nötig ist, besuche ich sie in der Universität oder sie kommen zu mir nach hause, um über verschiedene Probleme, die aufkommen, zu reden. All diese Arbeit kombiniere ich mit meinem Studium der östlichen Medizin. Ich bin im zweiten Studienjahr. Zusätzlich dazu habe ich meine Arbeit als Schneiderin. Dieses Jahr ist aufgrund meines Stundenplans sehr schwierig für mich. Ich muss Praktika in Krankenhäusern, Gesundheitszentren und in den Gemeinden machen. Aber ich fühle, dass alles, was ich mache wenig ist, weil die Realität, in der wir leben es erfordert, Mut zu haben, um zu kämpfen und um etwas zu machen, damit sich die Dinge ändern. Ich bin davon überzeugt, dass es eine Verantwortung aller Menschen ist, wenn man die Möglichkeit hat Personen mit sozialer Verpflichtung zu formen. Und dies ist auch meine persönliche Verpflichtung. Mehr zu Eveling gibt es hier! |
anagua nach Ticuantepe, ein Bezirk von Managua. Ich komme aus einer großen, sehr armen Familie. Meine Mutter hat 10 Kinder geboren, wovon ich die Nummer sechs bin. Deshalb wurde ich von meiner Großmutter groß gezogen. Ich bin in dem sandinistischen Nicaragua groß geworden. Von Anfang an nahm ich am Kaffeepflücken teil als dies für die Wirtschaft des Landes lebenswichtig war, da wir unter einem wirtschaftlichen Embargo litten. So nahmen wir Jugendliche an den Tätigkeiten teil, die ein soziales Versprechen waren. Ich wurde auch Teil der Armee. In dieser Zeit waren die meisten der jungen Leute in den Aufgaben der Revolution involviert.