| Carlos Dionisio Munguia Flores, geb. 14. April 1987 , Medizin |
Sehr geehrte Damen und Herren,mein Name ist Carlos Dionisio Munguia Flores. Ich wurde am 14. April 1987 geboren und bin Abiturient des Institutos Jaime Marzá in Balgüe. Ich bin ohne Vater aufgewachsen und meine Mutter hat mich und meinen kleinen Bruder zusammen mit meinen Grosseltern aufgezogen. Mein Großvater hat nur ein kleines Stück Land, er ist inzwischen aber zu alt um zu arbeiten, deshalb bearbeitet mein Onkel das Land. Mein Bruder und ich helfen ihm dabei, so dass wir von der Ernte einen Teil bekommen. Es ist nicht viel und es reicht nicht um einen Teil zu verkaufen, denn wir brauchen alles für den Eigenkonsum. Wenn die Ernte schlecht ausfällt müssen wir sogar noch etwas leihen. Früher hat meine Mutter auch auf dem Feld gearbeitet, aber jetzt ist sie krank und ihre Beine schmerzen. Deshalb bäckt sie jetzt Tortillas und Kekse um sie in der Gemeinde zu verkaufen, damit sie von dem Verdienst die nötigsten Sachen wie Zucker, Medikamente, Schulsachen usw. kaufen kann. Meine Großmutter hat Schweine und Hühner, die wir verkaufen oder schlachten um zu essen. Obwohl wir sehr wenig Geld haben, hat meine Mutter nie zugelassen, dass wir nicht zur Schule gehen und stattdessen arbeiten um Geld verdienen, wie das in anderen Familien der Fall ist. Meiner Mutter habe ich es zu verdanken, dass ich jetzt mein Abitur mache. Mein Bruder und ich gehen beide in die Schule. Morgens stehen wir um 5Uhr auf, gehen arbeiten, dann mittags gehen wir in die Schule und um 6 Uhr abends sind wir wieder zu hause und machen, manchmal bis um 10 Uhr abends, Hausaufgaben. Obwohl ich nicht so viel Zeit zum lernen habe, bin ich einer der besten Schüler meines Jahrgangs. Ich gehe gerne in die Schule und seit meiner Kindheit ist mein größter Traum Arzt zu werden, denn ich habe die Krankheiten meiner Grosseltern und meiner Mutter gesehen und konnte ihnen nicht helfen. Wenn ich Arzt wäre könnte ich ihnen und auch den anderen Menschen meiner Gemeinde helfen. Aber ich habe keine Möglichkeit die Universität zu finanzieren. Das Schulgeld war für meine Mutter schon schwierig zu finanzieren, die Universität ist aber unerreichbar für uns. Es war zwar immer mein Traum zu studieren, aber ich wusste, dass mir nach dem Abitur nichts anderes übrig bleiben würde als zu arbeiten. Deswegen bewerbe ich mich um ein Stipendium, weil ich ohne Unterstützung keine Möglichkeit habe etwas aus meinem Leben zu machen und meinen größten Traum erfüllen zu können. Ich verspreche Ihnen, dass ich Sie nicht enttäuschen und ihre Erwartungen sogar übertreffen werde, denn ich werde mich ganz und gar dem Studium widmen. In Erwartung Ihrer Antwort, mit herzlichen Grüßen Carlos Dionisio Munguia Flores |
Sehr geehrte Damen und Herren,