Aktuell Das Projekt Stipendiaten 1. Generation - 2004 Maria Gertrudis Carillo Gonzales, geb. 28. April 1986, Englisch und Spanisch
Maria Gertrudis Carillo Gonzales, geb. 28. April 1986, Englisch und Spanisch

maria_gertrudis_carillo_gonzalesMein Name ist Maria Gertrudis Carillo Gonzales. Ich wurde am 28. April 1986 geboren und lebe in der Gemeinde Balgüe der Insel Ometepe in Nicaragua. Ich gehe in die Schule Jaime Marzá in Balgüe und mache dieses Jahr im November Abitur. Ich war immer eine gute Schülerin und mein größter Wunsch ist es Englisch und Spanisch zu studieren, damit ich später als Lehrerin oder Übersetzerin arbeiten kann. Auf die Isla de Ometepe kommen viele Ausländer, aber es gibt kaum jemanden der Englisch versteht, und die Hotels haben kaum Englisch sprechendes Personal.
Meine Familie ist sehr arm. Ich habe fünf Geschwister, drei Schwestern und zwei Brüder. Meine drei Schwestern haben schon Kinder, die Älteste hat Abitur gemacht, die anderen haben nur ihre Grundschule abgeschlossen und dann aufgehört. Mein großer Bruder hat auch sein Abitur gemacht, aber meine Eltern konnten es sich nicht leisten weder ihm noch meiner Schwester die Universität zu bezahlen. Mein kleiner Bruder geht noch in die Grundschule.
Mein Vater ist Mitglied in einer Kooperative, aber er verdient als Arbeiter nur 25 bis 30 Cordoba am Tag (18 Cordoba =1 Euro). Er ist schon sehr alt und kann nicht mehr richtig gut arbeiten, er arbeitet als Boote. Außerdem ist er krank und im Januar muss er operiert werden, dann darf er die ersten 5 Monate nicht arbeiten. Meine Eltern unterstützen mich sehr, aber unsere finanzielle Situation ist fatal und wird noch schlimmer, wenn mein Vater operiert werden muss und danach nicht mehr arbeiten kann.
Deshalb bewerbe ich mich um ein Stipendium, denn ohne fremde Hilfe kann mir meine Familie kein Studium
ermöglichen. Mit einer Ausbildung kann ich später meine Familie unterstützen und habe selber eine Perspektive für die Zukunft.
Maria Gertrudis Carillo Gonzales

 

Auszug aus einem Brief von Gertrudis an ihre Paten, Mai 2008

Der Grund für diesen Brief ist es, Ihnen ein bisschen davon zu erzählen, was ich im neuen Universitätsjahr gemacht habe. Ich bin schon im vierten Jahr und ich bin mit meinem Studiengang sehr glücklich und auch darüber, dass ich eine gute Fachfrau sein kann.

Dieses Semester habe ich 5 Fächer: Didaktik, Schreiben, Erziehung, Grammatik und Unterrichtspraktika. Dieses Fach gefällt mir besonders gut, da ich mich an das Arbeitsfeld, in dem ich arbeiten werde, gewöhnen kann, denn dieses Fach besteht daraus, in verschiedenen weiterführenden privaten oder öffentlichen Schulen im Unterricht zu hospitieren. Alle diese Erfahrungen haben mir dabei geholfen, meine Basiskenntnisse über das Unterrichten zu vertiefen. Außerdem hilft es uns, die Qualität des Unterrichts zu verbessern, indem wir neue Strategien verwenden, um die Schüler besser zu unterrichten. Die anderen Fächer haben auch mit dem Unterrichten zu tun, aber es ist in den Praktika, wo wir zeigen, was wir gelernt haben.

Manchmal gebe ich Studenten anderer Studienfächer Englischunterricht, da sie mich bitten, ihnen zu helfen, damit ich ihnen einige Themen erkläre, die sie nicht verstehen. Ich mache das mit gutem Willen und Liebe, denn es entzückt mich, zu unterrichten.

Dieses Jahr sind alle meine Fächer auf Englisch und ich bin sehr zufrieden, denn so üben wir immer die Sprache und es erleichtert uns, fließend zu sprechen und mit anderen Personen, die Englisch können, zu sprechen.

In der vergangenen Woche haben wir unsere ersten Teilexamen geschrieben. Diese Woche habe ich zwei meiner Note empfangen und ich habe sehr gute Noten bekommen und ich hoffe, dass gilt auch für die anderen Fächer.

Ich lerne immer morgens und in meiner Freizeit gehe ich gerne in die Bibliothek oder in das Englischlaboratorium, um zu forschen, außer, wenn ich zu den Praktika gehen muss, denn das ist außerhalb des Universitätsgeländes, wo ich wohne. Ich habe immer meinen Notendurchschnitt von 80% gehalten und ich erzähle Ihnen, dass ich in einem neuen Gebäude wohne, indem die Studenten mit den besten Notendurchschnitten wohnen. Das ist sehr schön, luxuriös und gemütlich im vergleich mit den Zimmern, wo ich früher gewohnt habe, auch wenn das Essen immer das gleiche ist, wenig und manchmal schlecht zubereitet.

Abgesehen von einigen Hindernissen, fühle ich, dass ich meine Ziele erreiche und ich bin Gott und Ihnen sehr dankbar dafür, dass Sie mir finanziell helfen, damit ich meine Träume realisieren kann. Meine Eltern und meine ganze Familie sind Ihnen auch sehr dankbar und sie schicken Ihnen viele Grüße und Segen, damit sie weiterhin andere Personen unterstützen können, die es brauchen.

Bis bald. Es verabschiedet sich: Maria Gertrudis Carrillo Gonzáles