Aktuell Das Projekt Berichte 7. Bericht von "Stipendien für Nicaragua", Mai 2008
7. Bericht von "Stipendien für Nicaragua", Mai 2008

Neues aus Nicaragua

11 neue Stipendiaten

Bei der 4. Auswahl von Bewerbern um ein Stipendium im September 2007 standen der Projektleiterin Eveling Novoa und ihrer Mitarbeiterin Johana Zambrana gleich drei deutsche Freiwillige zur Seite: der Zivildienstleistende Moritz Orendt und die Praktikantin Anne Schwarzenthal , die beide schon 2006 bei der Auswahl mitgeholfen hatten und die neu dazu gekommene und erst kurz vor der Auswahl auf Ometepe angereiste Freiwillige Veronica Schmidt-Cotta .
Von den 14 Bewerbern kamen 11 in die engere Auswahl. Dank der Zusicherung der Finanzierung für ein Stipendium für 6 der Bewerber seitens der Geschwister-Scholl-Schule Konstanz und aufgrund der allgemein guten finanziellen Situation des Projekts, konnten erfreulicherweise alle 11 in das Stipendienprogramm aufgenommen werden.

Die grundlegende Voraussetzung für den Erhalt eines Stipendiums ist, dass die Jugendlichen nachweislich ohne finanzielle Unterstützung durch „Stipendien für Nicaragua“ keine weitere Ausbildung nach dem Schulabschluss absolvieren könnten.
Die Familien unsere Stipendiaten leben von der Landwirtschaft. Die meisten jedoch besitzen kein eigenes Land und müssen Land anmieten, um die Nahrungsmittel anbauen zu können, die die Grundbedürfnisse der Familie stillen. Viele der Stipendiaten sind Kinder allein erziehender Mütter. Einige von ihnen leben mit gar keinem Elternteil zusammen, sondern mit den Großeltern oder anderen Verwandten.
Im Allgemeinen sind die Familien der Stipendiaten sehr groß. Meistens sind unsere Stipendiaten, die ersten aus ihrer Familie, die studieren werden, auch wenn sie ältere Geschwister haben.

Interessant ist, dass sich „Stipendien für Nicaragua“ inzwischen fast zu einem „Mädchenprojekt“ entwickelt hat - nicht deshalb, weil Mädchen im Auswahlverfahren bevorzugt behandelt würden, sondern weil sich verhältnismäßig viel mehr Mädchen überhaupt um ein Stipendium bewerben. Von unseren inzwischen 30 Stipendiaten sind 23 weiblich!

Die neuen Stipendiaten sind:

Marisol
Marisol

Erika
Erika

Mabel
Mabel

Arely
Arely

Eserelia
Eserelia

Tania
Tania

Es fehlen Fotos von Cinthya, Sayra, Yissel, Wilmara und Martín. Das Fehlen der Fotos auch noch nach einem dreiviertel Jahr nach der Auswahl, in deren Rahmen die Fotos eigentlich gemacht werden sollten, ist durch nicaraguanische Unwegsamkeiten, die bisweilen auch ansteckend auf deutsche Freiwillige wirken, zu erklären (kaputte CDs, Transportstreiks, verliehene Kameras, Regen und, und, und…).

Weitere Informationen zu den Stipendiaten finden Sie hier: Stipendiaten der 4. Generation

Stipendiat von "Helft uns helfen e.V."

Onofre
Onofre
Seit Semesterbeginn im März 2008 ist noch ein weiterer Stipendiat dazu gekommen. Onofre stammt aus Managua und möchte Zahnmedizin studieren. Seinen Schulabschluss hatte er bereits 2006 gemacht, aber aufgrund der Mittellosigkeit seiner Familie konnte er 2007 nicht mit dem Studium beginnen. Seine Eltern und seine Großmutter, die ihn sehr unterstützen, konnten ihm aber einen Computerkurs und Englischunterricht ermöglichen, so dass er sich für sein Studium bereits wichtige Fähigkeiten im Voraus angeeignet hat. Da „Helft uns helfen e.V.“ Onofres Stipendium komplett übernimmt, haben wir ihn gerne aufgenommen, obwohl wir uns sonst auf die Stipendienvergabe an der Schule Jaime Marzá auf Ometepe beschränken.

 

Abiturientin hilft "Stipendien für Nicaragua"

Veronica
Veronica (l.) bei der Auswahl 2007

Die Abiturientin Veronica Schmidt-Cotta aus Donaueschingen ist seit September 2007 sowohl für das Stipendienprojekt als auch für die Schulpartnerschaft im Einsatz. Zu Beginn ihres Aufenthalts in Nicaragua unterstütze sie mit zwei weiteren Freiwilligen, Moritz Orendt und Anne Schwarzenthal, die Projektleiterinnen Eveling und Johana bei der Durchführung der vierten Auswahl von „Stipendien für Nicaragua“. Zu ihren Aufgaben gehört es u.a., die Stipendiaten zu betreuen, Johana bei Versammlungen zu unterstützen, die Briefkommunikation zwischen den Stipendiaten und ihren Paten zu verbessern und Fotomaterial über beide Projekte zur Präsentation in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Mit Veronicas Aufenthalt in Nicaragua begann auch gleichzeitig die Schulpartnerschaft zwischen der Schule Jaime Marzá und der Geschwister-Scholl-Schule Konstanz stärker Fuß zu fassen. Sie begleitete die Entstehung einer Projektgruppe an der Schule, die sich um die Belange der Schulpartnerschaft kümmern soll. Gleich zu Beginn ihres Einsatzes in Nicaragua gestaltete Veronica eine Informationsstellwand über den Spendenlauf der GSS. Dabei halfen ihr die Schüler, die, wie sie berichtete „mit großer Begeisterung die Bilder von den vielen blonden Kindern mit Nicaraguafahnen in der Hand betrachteten.“

Im Moment ist sie gerade damit beschäftigt, zusammen mit dem Zivi Michael Steiner einen kleinen Film über die Schule Jaime Marzá und den Alltag der Schüler zu drehen. Der Film soll am Schulfest der Geschwister-Scholl-Schule Konstanz, das am 10. Juli unter dem Motto „Nicaragua“ stattfinden wird, gezeigt werden.

Finanzielle Unterstützung für die Projektleitung in Nicaragua gesucht!!!

Eveling Novoa Medina ist die Leiterin von „Stipendien für Nicaragua“ vor Ort. Sie ist 36 Jahre alt, von Beruf Schneiderin und seit 2005 selbst Studentin der Medizin. Dank ihr konnte im Jahr 2004 das Projekt „Stipendien für Nicaragua“ mit anfänglich 6 Stipendiaten ins Leben gerufen werden.
Inzwischen ist nicht nur das Stipendienprojekt gewachsen, Eveling hat nun auch noch ein zweites Projekt zu leiten als Koordinatorin der Schulpartnerschaft zwischen der Geschwister-Scholl-Schule Konstanz und der Schule Jaime Marzá.
So hat nicht nur Evelings Aufgaben- und Verantwortungsbereich innerhalb der Projekte von Jahr zu Jahr zugenommen, auch ihr Studium nimmt sie stärker in Anspruch als noch zu Beginn. Zusätzlich dazu muss Eveling noch viele Stunden in der Woche als Schneiderin arbeiten, um sich ihr Studium und ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Damit sich Eveling auch in Zukunft für die Projekte einsetzen kann und ihr soziales Engagement nicht aufgeben muss, um sich finanziell über Wasser zu halten, sollte sie zumindest für ihre letzten beiden Studienjahre 2008 und 2009 ein Gehalt beziehen, so dass sie nicht auf die Schneiderei angewiesen ist.
Es wäre schön, wenn sich zum Beispiel eine Organisation fände, die Eveling mit monatlich 200 € über zwei Jahre hinweg unterstützen könnte.

Eveling
Eveling bei der Augenuntersuchung

Eveling
Eveling (l.) bei einem Familiengespräch

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Projektgruppengründung für Schulpartnerschaft