| 5. Bericht von "Stipendien für Nicaragua", Mai 2007 |
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Neues aus NicaraguaUnsere StipendiatenInzwischen ermöglicht „Stipendien für Nicaragua“ bereits zwölf Mädchen und sieben Jungen eine Berufsausbildung. Seit Semesterbeginn im März haben wir Studierende im 7., 5., 3. und 1. Semester in den Studiengängen Medizin, Krankenpflege, Journalismus, Unternehmensführung, Englisch, Physiotherapie, Computerwissenschaften, Physik, Industrieingenieurwesen und Informatik. Für zwei Drittel unserer Jugendlichen haben wir inzwischen Paten gefunden, die durch monatliche Überweisungen zwischen 10 und 50 Euro zur Finanzierung des Stipendiums beitragen bzw. das Stipendium ganz übernehmen.
Vorlesungssaal der Martin Luther King Universität
Unsere inzwischen fast dreijährige Projekterfahrung hat gezeigt, dass das Studium in Managua für die Jugendlichen von der Insel sozusagen mit einem Auslandsaufenthalt vergleichbar ist. Es ist für sie nicht nur das erste Mal in einer großen Stadt, die meisten von ihnen waren in ihrem Leben auch noch nie auf dem Festland, geschweige denn von ihren Familien getrennt oder auf sich allein gestellt. Vor allem das erste Jahr fällt allen sehr schwer. Die Stipendiaten vermissen nicht nur ihre Familien, es ist auch die andere Mentalität der Menschen und der schnellere Lebensrhythmus der Stadt, die dazu beitragen, dass sich die Jugendlichen fremd im eigenen Land fühlen. Im Laufe der ersten zwei Semester akklimatisieren sie sich aber langsam in der neuen Umgebung: sie schließen neue Freundschaften und finden sich mit der Zeit immer besser zurecht. Sie lernen sich durchzusetzen und eigene Entscheidungen zu fällen und sie beginnen selbstständiger zu handeln, werden selbstsicherer und unabhängiger. Aus anfangs in jeder Hinsicht unerfahrenen „Kindern“ werden selbstständige, umsichtige junge Erwachsene. Bei diesem Prozess spielen die monatlichen Treffen mit der Projektleiterin Eveling Novoa eine sehr wichtige Rolle, denn sie gibt ihnen Orientierung und dient als Anlaufstelle, aber nicht nur in der schwierigeren Anfangsphase, sondern die ganze Studienzeit hindurch.
Stipendiaten der 1. Generation
Carlos, Santos, Rosa, Teresa, Yohaska, Gertrudis und Eveling studieren inzwischen im 5. Semester und befinden sich somit bereits im praktischen Teil ihrer Ausbildung. Bis auf Santos und Eveling studieren die Stipendiaten der ersten Generation an der Universidad Nacionál Autónoma de Nicaragua (UNAN) in Managua. Santos studiert an einer Zweigstelle der gleichen Universität in Jinotepe. Eveling studiert ebenfalls in Managua, aber an dem privaten Instituto de Estudios Superiores de Medicina Oriental in Managua. Unser Medizinstudent Carlos besuchte in den vergangenen Semestern zusammen mit seinen Kommilitonen Krankenhäuser und Gesundheitszentren sowie Altenheime und Einrichtungen für Straßenkinder. In einer Grundschule, die den Namen „República Alemania“ trägt, gibt Carlos derzeit einer kleinen Gruppe von Kindern Unterricht in Hygienelehre. Auch Santos und Rosa, die beide Krankenpflege studieren, haben bereits Praktika in Gesundheitszentren und Krankenhäusern absolviert. Besonders erfreulich ist, dass Rosa, trotz der Geburt ihrer Tochter im vergangenen Jahr, in ihrem Studium nicht nachgelassen hat und eine unserer besten Studentinnen geblieben ist. Teresa, unsere Journalismusstudentin, hat inzwischen gelernt, mit dem Computer umzugehen. Auch sie wird im kommenden Semester ein Praktikum durchlaufen. Im vergangenen Jahr konnte Yohaska im Rahmen ihres Studiums der Unternehmensführung bereits Einblicke in verschiedene staatliche Institutionen und so genannte ONGs (Nicht-Regierungsorganisationen) gewinnen. Derzeit absolviert sie zusätzlich zu ihrem Studium ein 90 Stunden umfassendes Praktikum in einem Unternehmen. Gertrudis, die Englisch auf Lehramt studiert, konnte bereits in mehreren Schulen als Hospitantin einen Eindruck in das Berufsleben eines Lehrers gewinnen und auch schon selbst Erfahrung im Unterrichten sammeln. Eveling, die Projektleiterin von „Stipendien für Nicaragua“ vor Ort, ist Studentin der alternativen Medizin. Zusätzlich zu ihrem arbeitsintensiven Studium, ihrer Arbeit als Schneiderin und ihren familiären Verpflichtungen, bewältigt sie nach wie vor zuverlässig die zahlreichen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Stipendienprojekt und ist den Stipendiaten eine wichtige Ansprechpartnerin und Betreuerin. Stipendiaten der 2. Generation
Ruth und Johana studieren bereits seit 2006 an der Martin Luther King Universität auf der Insel Ometepe. Ruth macht dort eine Ausbildung zur Krankenschwester, während Johana ein Aufbaustudium in Unternehmensführung absolviert. Johana arbeitet neben ihrem Studium und ihrem Beruf als Buchhalterin zusätzlich als freiwillige Mitarbeiterin für „Stipendien für Nicaragua“ und betreut die Stipendiaten auf der Insel. Omar und Belkir studieren in der Hauptstadt Managua, Omar an der UNI (Universidad Nacionál de Ingeniería) und Belkir, wie unsere anderen Stipendiaten auch, an der UNAN. Belkir studiert bereits im 3. Semester Physik. Omar musste 2006 ein Vorbereitungsjahr durchlaufen, um nun, nachdem er die Prüfungen erfolgreich hinter sich gebracht hat, Industrieingenieurwesen studieren zu können. Stipendiaten der 3. Generation
Die dritte Generation Stipendiaten hat diesen März mit dem Studium begonnen. Da die meisten an der Martin Luther King Universität studieren wollten, konnten mehr Stipendien als sonst vergeben werden, da für Jugendliche von der Insel dort insgesamt geringere Kosten anfallen. Ninoska, Dinorah und Maria Elena haben mit dem Studium der Krankenpflege begonnen. Damit haben wir bereits 6 KrankenpflegestudentInnen. Luis studiert Computerwissenschaften und Denis, der noch nachträglich ins Programm aufgenommen wurde, Englisch. Da an der Martin Luther King Universität weder Medizin noch Informatik angeboten werden, studieren Ereldi und Horacio in Managua. Außerdem wurde kurzfristig noch Martha, die bereits im 7. Semester Physiotherapie studiert, aber nun das Studium aufgrund großer finanzieller Schwierigkeiten abgebrochen hätte, in das Stipendienprogramm aufgenommen. Zivi für „Stipendien für Nicaragua“Neben seiner Tätigkeit als Zivildienstleistender bei Helft uns Helfen e.V. in Nicaragua seit September 2006 engagiert sich Moritz Orendt zusätzlich für „Stipendien für Nicaragua“. Durch seine freiwillige Mitarbeit wurde die Projektleiterin Eveling Novoa etwas entlastet und die nicaraguanische Mitarbeiterin Johana Zambrana konnte weiter in das Projekt integriert werden. Die Homepage des Projekts wurde durch zahlreiche Berichte und Bilder ergänzt. Für Vorträge und Präsentationen in Deutschland schickte Moritz umfassendes Bildmaterial. Außerdem trug Moritz zur Vereinfachung der Kommunikation zwischen den Projektleiterinnen bei, indem er Johana mit Internet und e-mail vertraut machte und Eveling die Nutzung von skype zeigte.
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