Die neuen Stipendiaten
Insgesamt erhielten 6 Jugendliche, vier Mädchen und zwei Jungen, bei der diesjährigen Auswahl ein Stipendium. Elida Alvarez ist mit ihren 16 Jahren nicht nur die jüngste, sondern auch mit einem Durchschnitt von 91 Punkten* die beste Schülerin ihrer Klasse. Mit ihren Eltern und drei von ihren vier Geschwistern wohnt sie in einem kleinen Haus auf dem Grundstück ihrer Großeltern. Ihre Familie besitzt kein Land und pachtet daher eine halbe manzana, um Reis, Mais und Bohnen für die Ernährung der Familie anzupflanzen. Um die Familie mit dem Nötigsten zu versorgen, arbeitet Elidas Vater zusätzlich auf dem Bau als Tagelöhner. Elida möchte Rechnungswesen studieren. Besonders stolz sind ihre Eltern auf Elidas gute Leistungen und ihren Willen, sich weiter zu entwickeln. Daher unterstützen sie ihre Tochter, aber die Studiengebühren können sie nicht bezahlen. „Stipendien für Nicaragua“ will ihre Universitätsgebühren übernehmen und ihr dabei helfen, Stifte, Unterlagen und Papier zu kaufen. Insgesamt soll Elidas Stipendium 25 € betragen. Die Kosten für den Transport versuchen ihre Eltern selbst zu übernehmen. * Das Notensystem geht von 0 bis 100 Punkten. 60 ist die mindestens zu erreichende Punktzahl; 59 gilt bereits als durchgefallen. Die Arbeit der letzten zwei Jahre hat uns gezeigt, dass es nur sinnvoll ist, ein Stipendium ab einem Durchschnitt von 75 Punkten aufwärts zu vergeben. Maria Elena Mairena ist 17 Jahre alt und mit einem Durchschnitt von 85 Punkten eine gute Schülerin. Ihre Familie hat kein eigenes Land und pachtet daher ein Stück Erde, um es für den Eigenbedarf zu bewirtschaften. Einer ihrer beiden Brüder ist geistig behindert. Ihre Eltern sind schon sehr alt und können nicht mehr so hart arbeiten. So ist Maria Elenas großer Bruder der Einzige, der die Familie finanziell unterstützt. Der Bruder war es auch, der es Maria Elena ermöglichte bis zum Abitur in die Schule zu gehen. Maria Elena möchte Krankenschwester werden, aber die Kosten für die Universität übersteigen die Möglichkeiten ihres Bruders. Da sie auch von ihren Eltern keine finanzielle Hilfe erwarten kann, möchte „Stipendien für Nicaragua“ sie mit monatlich 30 € unterstützen, dabei sind auch die Transportkosten und Ausgaben für Unterrichtsmaterial inbegriffen.  Ninoska, 18 Jahre alt und Dinorah Sequeira, 19 Jahre alt, sind Schwestern, die dieses Jahr gleichzeitig Abitur machen. Ihre Familie lebt in La Palma. Ninoska und Dinorah haben noch zwei ältere Schwestern und zwei jüngere Brüder. Ihr Vater gehört einer Kooperative von Bauern an, die Grundnahrungsmittel für den Eigenkonsum der Familien und Ingwer und Kochbananen für den Export anpflanzen. So schafft er es, seine Familie zu ernähren und die jüngeren Kinder in die Schule zu schicken. Auch Ninoska ermöglichte er den Schulbesuch, für die etwas ältere Dinorah reichte es jedoch nicht mehr. Ninoska arbeitet in ihrer Familie nicht nur wie viele andere Mädchen im Haushalt, sondern auch auf dem Feld. Sie hilft ihrem Bruder und dem Vater das Land zu bebauen. Von der Inselverwaltung hat sie für die Dauer ihrer Schulzeit ein Fahrrad geliehen bekommen, damit sie täglich in die weiterführende Schule im zwei Stunden entfernten Balgüe fahren kann. Nach dem Schulabschluss muss sie das Fahrrad wieder abgeben. Da ihre Familie Dinorah nicht auch noch unterstützen kann, lebt diese in Balgüe und unterrichtet in der Vorschule, um sich den Schulbesuch selbst zu finanzieren. Monatlich verdient sie damit 400 Cordoba (20 €). Samstags arbeitet sie zusätzlich bei einer Familie im Haushalt. Mit ihrer Arbeit bestreitet sie nicht nur die Ausgaben für Schuluniform, Hefte und Stifte, sondern trägt gleichzeitig zu den Mahlzeiten in ihrer „Gastfamilie“ in Balgüe bei. Dinorah möchte Krankenschwester werden, aber für das Studium reichen ihre monatlichen Einkünfte bei weitem nicht aus. Beide Mädchen sollen von „Stipendien für Nicaragua“ durch die Übernahme der Universitätsgebühren und der Kosten für Unterlagen und Schreibmaterial unterstützt werden. Ninoska soll 30 € erhalten, da die Transportkosten von La Palma nach Urbaite, dem Sitz der Universität, höher sind. Dinorah soll 25 € bekommen, da sie in Balgüe wohnt und außerdem durch ihre Arbeit in der Vorschule selbst bereits etwas Geld dazu verdient. Luis Alvarez stammt aus der Gemeinde Socorro, einem Dorf, das in den Hängen des Vulkans Maderas liegt und das nur durch einen einstündigen Fußmarsch von Balgüe aus erreicht werden kann. Die Alvarez´ sind eine kleine und arbeitsame Familie. Ihr gehören 80m² Land, die Luis zusammen mit seinem Vater für den Eigenverbrauch bestellt. Luis hat zwei jüngere Brüder von 12 und 3 Jahren. Der Ältere hilft bereits bei der täglich anfallenden Arbeit mit. Luis soll ein Stipendium von 25 € bekommen; das entspricht dem Monatsbeitrag für sein Studienfach der Informatik. Da Luis´ Eltern noch jung sind und er nur zwei kleine Geschwister hat, wird seine Familie wahrscheinlich in der Lage sein, Luis bei den Ausgaben für Transport und Unterrichtsmaterialien selbst zu unterstützen. Horacio Cabrera wohnt mit seiner Familie, seinen Eltern und acht von seinen neun Brüdern in einem kleinen Holzhaus in Balgüe. Horacios Vater besitzt 320m² Land, das er mit allen seinen Söhnen mit Reis, Bohnen, Mais und Futterweizen bebaut. Die Ernte reicht ausschließlich für den Eigenbedarf der Familie. Um seine Familie außerdem mit dem Nötigsten versorgen zu können, arbeitet der Vater zusätzlich als Tagelöhner. Mit diesem Einkommen kann sich die große Familie gerade über Wasser halten. Horacio soll von „Stipendien für Nicaragua“ eine monatliche Unterstützung von 30 € bekommen; das beinhaltet alle Studiengebühren sowie einen Zuschuss für die Transportkosten.
Die neue Universität auf der Insel Ometepe
Alle sechs Stipendiaten werden an der Martin Luther King Universität auf der Insel Ometepe studieren. Diese Universität gibt es erst seit Januar 2006. Sie ist privat und damit teurer als eine staatliche Universität. Unsere Stipendiaten aus der ersten Generation studieren an der staatlichen Nationalen Unabhängigen Universität Nicaraguas (UNAN) in Managua, für die wir nur 200 Cordoba (10 €) Semestergebühren bezahlen. An der Martin Luther King Universität werden monatliche Gebühren von 20 € (bzw. 25 € für den Studiengang Informatik) erhoben. Dazu kommt noch eine weitere Gebühr von 10 €, die vierteljährlich zu entrichten ist. Insgesamt betragen die Studiengebühren an dieser Universität also 270 € bzw. 330 € jährlich. Trotzdem ist das Studium für Studierende aus weit entfernt gelegenen Orten auf dem Festland nicht unbedingt günstiger, da die Jugendlichen sowohl untergebracht als auch verpflegt werden müssen. Allgemein sind die Lebenshaltungskosten in der Stadt deutlich teurer als auf dem Land, was sich u.a. auch auf die Transportkosten auswirkt. Die Martin Luther King Universität hat ihren Sitz in Urbaite, einem Dorf auf der Insel Ometepe, das mit dem Bus nur zweieinhalb Stunden von Balgüe entfernt liegt. Ähnlich einem Fernstudiengang findet der Unterricht an der Martin Luther King Universität nur samstags statt und den Studenten werden Aufgaben gestellt, die sie bis zur nächsten Unterrichtseinheit bearbeiten müssen. So entstehen auch keine zusätzlichen Kosten für Unterbringung und Verpflegung, denn die Jugendlichen können weiterhin bei ihren Familien leben und ihrer gewohnten Arbeit nachgehen. Auf diese Weise bleiben die Studierenden auch in das soziale Leben ihrer Dörfer integriert und ihre Familien müssen nicht auf ihre Arbeitskraft verzichten. Obwohl das Studium an einer staatlichen Universität auf den ersten Blick günstiger erscheint, ergeben sich dort für die Studierenden aufgrund der oben beschriebenen Umstände tatsächlich wesentlich mehr Kosten als wie für das Studium an der privaten Martin Luther King Universität. Aus diesen Gründen beträgt ein ganzes Stipendium für die Jugendlichen, die an der UNAN studieren, 50 € im Monat, für die Jugendlichen, die zum Studium auf der Insel Ometepe bleiben, hingegen maximal 30 €.
Warum Studium? Warum Stipendien?
Um eine wirklich fundierte Ausbildung zu erhalten, muss man in Nicaragua zur Universität gehen; die Alternative einer Lehre existiert nicht. Auch eine Ausbildung zur Krankenschwester oder zum Automechaniker findet an den Hochschulen statt. Die Kosten für ein Studium stehen aber in keinem Verhältnis zur Realität, in der die Mehrheit der Nicas lebt. Die Jugendlichen, die von „Stipendien für Nicaragua“ unterstützt werden, stammen ausschließlich aus Bauernfamilien, viele davon haben nicht einmal eigenes Land. Die Eltern der Stipendiaten haben kein geregeltes Einkommen: die Familien bauen Grundnahrungsmittel an, die sie für den Eigenverbrauch benötigen. Bei den Wenigsten springt bei der Ernte soviel heraus, als dass ein Teil zum Verkauf reichen würde. Einige Familienväter arbeiten zusätzlich als Tagelöhner auf dem Bau oder als Kaffeepflücker, wobei ein Tageslohn auf Ometepe 25 bis 30 Cordoba (1,25 bis 1,50 €) beträgt. Durch die Vergabe von Stipendien werden in erster Linie zwar einzelne Personen gefördert, damit gehen aber auch die Altersversorgung der Eltern, die Unterstützung der jüngeren Geschwister beim Schulbesuch oder eine Ausbildung und eine verbesserte Situation der zukünftigen Kinder der Stipendiaten einher. Nicht zuletzt ermutigt eine regelmäßige Stipendienvergabe die Jugendlichen in die Schule zu gehen und sie nicht vorzeitig abzubrechen, da die fehlenden Zukunftsperspektiven einer realen Chance weichen, selbst einmal eine Ausbildung absolvieren zu können.
Wer möchte die Jugendlichen unterstützen?
Für Elida, Maria Elena, Ninoska, Dinorah, Luis und Horacio suchen wir nun Menschen, die ihnen bei der Finanzierung ihrer Ausbildung helfen wollen. Sie können zum Beispiel eine Patenschaft übernehmen, indem sie einem der Jugendlichen das Stipendium finanzieren. Elida, Dinorah und Luis brauchen eine monatliche Unterstützung von 25 €, Maria Elena, Ninoska und Horacio von 30 €. Auch eine Teilfinanzierung ist möglich:
- Mit einer monatlichen Spende von 20 bzw. 25 € würden Sie die Universitätsgebühren für einen Stipendiaten übernehmen.
- Mit einer monatlichen Spende von 5 € können Sie entweder den Bustransport oder Unterrichtsmaterialien wie Hefte, Stifte, Kopien für einen Jugendlichen finanzieren.
- Mit einer monatlichen Spende von 2,50 € finanzieren Sie die vierteljährlich zu entrichtende Universitätsgebühr von 10 €.
Ihre Spende kommt nur dem von Ihnen genannten Zweck zu Gute. Alle Spenden gehen ohne jegliche Abzüge direkt an das Projekt in Nicaragua, da die in Deutschland anfallenden Kosten privat übernommen werden. Um die Verwendung der Spenden transparent zu gestalten, werden die Projektausgaben auf der Homepage von „Stipendien für Nicaragua“ veröffentlicht. Da die finanzielle Abwicklung von „Stipendien für Nicaragua“ über den Konstanzer Verein „Helft uns Helfen“ läuft, gehen Spenden unter dem Stichwort „Stipendien“ an das unten angegebene Konto. „Helft uns helfen“ schickt Ihnen umgehend eine Spendenbescheinigung zu; für einen Dauerauftrag wird Ihnen am Ende des Jahres eine Sammelbescheinigung ausgestellt.
„Stipendien für Nicaragua“
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Helft uns Helfen e.V.
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www.stipendien-fuer-nicaragua.de c/o Romy Nissel Ainmillerstr. 5, App. 724 80801 München Tel.: 089 / 20 34 15 35 mobil: 0176 / 21 99 14 12
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http://www.helft-uns-helfen.de c/o Ariadne Schmitz Kapplerbergstr. 64 78476 Allensbach Tel.: 07533 / 93 59 45 8 Fax: 07533 / 50 22
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Volksbank eG Konstanz BLZ: 69 29 1 000 KN: 22 30 31 31 5 Stichwort: Stipendien
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