Aktuell Das Projekt Berichte 1. Bericht von "Stipendien für Nicaragua"
1. Bericht von "Stipendien für Nicaragua"
Im Oktober mussten die Jugendlichen zur Voranmeldung. Alle bis auf Santos Ruíz meldeten sich in Managua an der Unabhängigen Nationalen Universität von Nicaragua (UNAN) an. Santos Ruíz hatte sich für die UNAN von Jinotepe, die auf Krankenpflege spezialisiert ist, entschieden.

Im Dezember mussten die Jugendlichen zur Zulassungsprüfung, deren Ergebnis ausschlaggebend ist, ob sie an der Universität zugelassen werden oder nicht. Die Zulassung hängt von der Durchschnittnote ab, die sich aus den Examen in Mathematik und Spanisch und den Noten des Abiturszeugnisses zusammensetzt.

Im Januar 2005 erhielten wir die Ergebnisse. Leider hatte Gregoria Hernández das Examen nicht bestanden, womit sie keine Zulassung zur Universität erhielt und damit auch aus dem Stipendienprogramm ausscheiden musste.
Carlos Munguía musste wegen einer Eignungsprüfung ein weiteres Mal nach Managua. Diese ist obligatorisch für die Zulassung zum Medizinstudium, für das er sich beworben hatte. Erfreulicherweise hat Carlos Munguía selbst diese Prüfung bestanden, womit er sich für das Medizinstudium qualifizierte.

Carlos Munguía schnitt im Examen insgesamt am besten ab. Gertrudis Carillo hat von der Gruppe das beste Abiturszeugnis.

In Februar folgte die entgültige Einschreibung:
Carlos Munguía:
Yohaska Hernández:
Gertrudis Carillo:
Rosa Hernández:
Teresa Hernández:
Santos Ruíz: 
Medizin
Verwaltung
Englisch und Spanisch
Krankenpflege
Journalismus
Krankenpflege

Im Februar mussten die Jugendlichen wieder nach Managua bzw. Santos nach Jinotepe, diesmal um sich entgültig einzuschreiben.

Am Montag, den 2. März 2005 begann das Studium.
Die UNAN vergibt ihrerseits Stipendien an Jugendliche die von besonders weit her kommen, aus besonders armen Verhältnissen stammen und besonders gute Noten haben. Das Stipendium besteht hier im zur Verfügung stellen von Unterkunft und Verpflegung. Für diese Unterstützung seitens der Universität hatten sich alle unsere Jugendlichen bei der Einschreibung beworben. Leider wird erst nach Beginn des Semesters, also etwa Mitte März, entschieden wer ein Universitätsstipendium erhält. In den ersten beiden Märzwochen musste die Stipendiatengruppe also anderweitig untergebracht werden. So musste ein Zimmer zu Miete genommen werden, das insgesamt 600 Cordoba (30€ für einen Monat) kostet. Allerdings musste noch ein Doppelbett und Matratzen gekauft werden. Zum Essen und Duschen konnten die Jugendlichen in dieser Zeit zu Eveling Novoa nach hause gehen.

Glücklicherweise kam für vier von den fünf Jugendlichen in Managua die Zusage für das Universitätsstipendium. Santos Ruíz konnte in Jinotepe ebenfalls das Unviersitätsstipendium bekommen.
Nur Teresa Hernández hatte leider kein Anrecht auf die Bewerbung um einen Stipendienplatz aufgrund folgender Vorgeschichte: bei der Voranmeldung zur Prüfung mussten die Jugendlichen zwei Fächer angeben, die sie studieren wollen. Es hängt von der Durchschnittsnote aus den Prüfungen Mathematik und Spanisch und der Abitursnote ab, ob man sich für seine erste oder zweite Präferenz qualifiziert oder auch gar keine Zulassung bekommt. Teresa wollte ursprünglich Finanzwesen studieren. Da der NC dort sehr hoch ist, konnte sie sich nicht für das von ihr angestrebte Studienfach qualifizieren, obwohl sie innerhalb der Stipendiatengruppe die beste Durchschnittnote erzielte. Hätte sie eine andere Fachrichtung gewählt, wie Krankenpflege oder Englisch, dann hätte auch sie studieren können. Durch Eveling Novoas Einsatz konnte Teresa dann doch noch eine dritte Wahl angeben. So studiert sie jetzt Journalismus.
Leider hatte sie aber dadurch kein Anrecht mehr auf ein Stipendium der UNAN. So muss für Teresa das ganze Semester das Zimmer gemietet werden. Glücklicherweise kann sie das Stipendium zum zweiten Semester beantragen.
Dora, die Nachbarin von Eveling, bot sich glücklicherweise an, Teresa zu verpflegen. Als Gegenleistung bekommt Dora pro Monat den Gastank für den Gasherd bezahlt.

Im April kam es in Managua zu Transportstreiks. Da aufgrund der Ölpreissteigerung auch die Busse und Taxis ihre Tarife erhöht haben, riefen die Studenten zu riesigen Demonstrationen, die den Verkehr blockierten, auf. Es kam auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, Busse wurden ausgebrannt und ein Polizist verlor sein Augenlicht. Es ist für die Studenten fatal, wenn die Buspreise von 2,50 Cordoba auf 3,00 Cordoba erhöht werden. Für die Stipendiatengruppe kommen noch erhöhte Fahrpreise zu ihrer Heimat hinzu. Der Aufstand führte dazu, dass die Fahrpreiserhöhungen drei Monate aufgeschoben werden.
Durch die Unruhen war im April ungefähr zwei Wochen lang der Unterricht ausgefallen, weshalb die Studierenden im Juli/August voraussichtlich keine Ferien haben werden.