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Beschreibung

001Das Projekt "Stipendien für Nicaragua" richtet sich an die Töchter und Söhne mittelloser Bauernfamilien der Gemeinden des Vulkans Maderas auf der Isla de Ometepe in Nicaragua. Die Bewohner des Maderas sind sehr arm. Sie leben von der Landwirtschaft und der Fischerei, und es gibt keinerlei Industrie. Die Bauernfamilien sind groß und die Ernte reicht ausschließlich für den Eigenkonsum.
In fast allen Gemeinden des Vulkans Maderas gibt es kleine Grundschulen, aber nur in zwei Gemeinden, in Balgüe und in Merida, eine weiterführende Schule, in der die Jugendlichen Abitur machen können. Obwohl die Schulkosten sehr niedrig sind, ist es für die Eltern doch ein täglicher Kampf ihre Kinder zur Schule schicken zu können, denn abgesehen von den Ausgaben für Schulgeld, Uniform, Hefte und Stifte, fehlt auch die Arbeitskraft des Schülers oder der Schülerin zu Hause. Die meisten Eltern unterstützen aber doch trotz aller Schwierigkeiten den Schulbesuch ihrer Kinder, wissen sie doch, dass Bildung die einzige Möglichkeit ist, sich aus der Armut zu befreien. Verhältnismäßig wenig Jugendliche erreichen das Abitursjahr, denn leider hören viele nach der Grundschule auf oder brechen die weiterführende Schule aus oben genannten Gründen ab. Aufgrund von mangelnder Aufklärung werden außerdem viele Mädchen vor ihrem 17. Lebensjahr schwanger und damit ist ihnen der Schulbesuch verwehrt.
Der Hauptgrund dafür, warum das Erreichen des Abiturs für die Jugendlichen keinen Sinn zu haben scheint, ist aber ihre Perspektivlosigkeit nach ihrem Schulabschluss. Denn selbst wenn eine Familie sich den Schulbesuch leisten konnte, ist es für sie aussichtslos die Kosten für ein Studium und die damit anfallenden Ausgaben zu finanzieren.
In Nicaragua gibt es keine Berufsschulen, das heißt, dass die Universitäten die einzigen Ausbildungsstätten auch für praktische Berufe sind. Obwohl die staatlichen Universitäten so günstig wie möglich zu sein versuchen, ist es für die Durchschnittsfamilie unmöglich alle Kosten zu bezahlen. Für die Familien der Insel Ometepe kommen außerdem sowohl die Anfahrts- als auch die Unterkunfts- und Übernachtungskosten mit hinzu.

Besuch in der FamilieEin Student einer staatlichen Universität braucht monatlich mindestens 50 Euro, damit sind die Universitätsgebühren, Transportkosten und Unterrichtsmaterialien abgedeckt. Offen bleibt dabei immer noch die Frage der Unterbringung.
Hinzu kommt, dass in Nicaragua das Abitur alleine noch nicht zum Studium berechtigt. Erst mit dem bestandenen Zulassungsexamen ist die Einschreibung möglich. Allein die Voranmeldung, das Examen und die Einschreibung kosten zusammen mit den Transportkosten 64 Euro.
Ein normaler ungelernter Arbeiter verdient am Tag 1,38 Euro! Bei diesen Zahlen ist es nicht schwierig nachzuvollziehen, dass es für die Bauernfamilien des Vulkans Maderas unmöglich ist ihren Kindern eine Ausbildung zu finanzieren.

Das Projekt "Stipendien für Nicaragua" vergibt Stipendien an die Schüler und Schülerinnen der Abschlussklasse der weiterführenden Schule in Balgüe, das Instituto Jaime Marzá. Gefördert werden die Abiturienten und Abiturientinnen, die abgesehen von einer guten Schulleistung, nachweislich keine Möglichkeit zur Finanzierung eines Studiums ohne fremde Unterstützung haben.
Mit einem Stipendium können die Jugendlichen einen Beruf erlernen. Außerdem motiviert die vorhandene Möglichkeit finanzieller Unterstützung für eine Ausbildung die Jugendlichen ihre Schulzeit mit einem greifbaren realen Ziel vor Augen zu beenden.
StipendiatenDie Stipendiaten werden von den Verantwortlichen des Projekts in Nicaragua sorgfältig durch Familienbesuche ausgewählt, sie werden zur Voranmeldung, Examen und Einschreibung begleitet und während dem Verlauf ihres Studiums betreut. Die schulischen Leistungen sowie die korrekte Ausgabe der finanziellen Unterstützung werden überprüft.
Nach Abschluss des Studiums werden die ehemaligen Stipendiaten dazu angehalten, nun ihrerseits „Stipendien für Nicaragua“ durch ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen und bei Aufnahme einer festen Beschäftigung kleine Summen an das Projekt zu spenden Damit tragen auch die Jugendlichen einen kleinen Teil dazu bei, dass die Unterstützung, die zu erst ihnen zu Gute kam, auch für Jugendliche der Generationen nach ihnen gewährleistet werden kann.


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